landsberg: nazis marschieren

Das „Nationale Augsburg“ scheint die Langeweile permanent zu quälen.
Nach ihren misslungenen Aktionen in Augsburg zieht es sie nach Landsberg, sie treiben sich in letzer Zeit immer öfter dort herum. Kein Wunder, dass sich die Augsburger Nationalisten eher zu den ländlicheren Gegenden hingezogen fühlen, der Großteil der angeblich aus Augsburg stammenden Nationalisten, kommt selbst vom Land. Doch das ist nicht der wahre Grund, der Postnazismus spielt hier wieder ein mal eine wichtige Rolle.


Am 29.11. wird das „Nationale Augsburg“ versuchen eine erneute Demo durch Landsberg zu führen für einen Gedenkstein, der für den “nationalen Helden” Schlageter, der 1923 von Franzosen hingerichtet wurde, aufgestellt werden soll.
Als ob es nicht reicht, einmalig für einen Stein zu demonstrieren, wollen sie nun jeden Mai dafür auf die Straße gehen, dass dem verstorben wordenen Nazi Schlageter ein Gedenken gesetzt wird.

Unter dem Motto “Landsberg steht zu seiner Geschichte” wollen die Neonazis aus dem südbayrischen Raum in Landsberg marschieren. Dass es sich auch um Jungnazis aus dem Raum Augsburg handelt, die durchaus gewaltbereit sein können ist hierbei nicht zu vergessen! AntifaschistInnen sollten sich bewusst machen, dass selbst dieser Haufen von nationalen Dummbatzen, einigen Schaden anrichten kann und schlichtweg nicht zu dulden ist, egal wo, egal wann!

Am 15. 11. in München, zeigte der Staat durch massive Repression gegen AntifaschistInnen die das Nazigedenken stoppen wollten, wiedereinmal, wie er zum offenen Gedenken an SS-Soldaten und Massenmördern steht. Die Stadt Landsberg geht hier ganz ähnlich vor, obwohl sich ein Bündnis gegen rechts initiierte, stehen einige wenige der Landsberger Bewohner doch hinter den Faschisten.
Im vorallem in ländlicheren Gegenden ausgeprägten Postnazismus finden junge Nazis große Zustimmung seitens der Bewohner. Wahrscheinlich auch einer der Gründe, weshalb sich das „Nationale Augsburg“ nun doch mehr in Richtung Landsberg hinzieht. Der Postfaschismus und Postnazismus stellt vor allem in Deutschland und Österreich ein großes Problem dar. Die vorherrschende „Demokratie“ wurde auf den Trümmern des Faschismus erbaut. Eine aufgeklärtere Gesellschaft hat diese allerdings noch lange nicht geschaffen.

Die sagenumwobene „Stunde Null“, die 1945 angepriesen wurde, ist doch nichts weiteres als eine hohle Phrase. Ist es tatsächlich, wie Adorno schrieb, ein Nachleben des Faschismus in der Demokratie, oder doch eher wie schon oben erwähnt ein Fortleben der Demokratie im Faschismus das diese Gesellschaft prägt? Wie Adorno bereits das Fortleben des Faschismus in der Demokratie als gefährlicher erachtete als das Fortleben des Faschismus gegen die Demokratie, bezeichnet das Wesen des Postfaschismus ganz gut. Dass hierbei beide Fälle aufeinander aufbauen und ersterer einen Nährboden des zweiteren darstellt ist an den sich auf das Land ausbreitenden Nazistrukturen Augsburgs zu betrachten.

Egal ob Augsburg oder Landsberg, es bleibt trotzdem dabei: Auch 60 Jahre nach formeller Beendigung des Faschismus (angeblich stattgefundene „Stunde Null“), darf es gerade im so vorbelasteten deutschsprachigen Raum nicht dazu kommen dass sich gewalttätige Nationalisten auf den Straßen herumtreiben, um Mörder zu feiern und zu verehren (als ob der postnazistische Gesellschaftskonsens nicht schon genug wäre!).
Landsberg ist jedoch nur ein Beispiel, wie Nazis die Geschichte verdrehen, wobei ihnen die Gesellschaft beim Versuch, die alten Verbrecher zu Helden zu deklarieren, zujubelt! Die Freisprechung, Verdrängung und Zustimmung, statt Aufarbeitung des Holocausts ist nicht nur den Landsbergern ein guter Grund nicht gegen die neuen Nazis zu intervenieren.

Kommt daher am 29.11. nach Landsberg und zeigt den Nazis, was ihr von ihnen haltet!
Dass mit uns nicht gut Kirschen essen ist, werden wir ihnen am Samstag zeigen!

Klasse Bild:
„Nazis find ich persönlich ja doch eher uncool!“